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Ende Mai 2022 - Enge Küchenfenster auf dem Weg nach Hause

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Sind wir ehrlich: Mit "weekly" hat das alles hier schon seit Wochen nichts mehr zu tun. Seit einiger Zeit, genau genommen seit Ende Mai, bin ich wieder in Deutschland und habe es dennoch nicht hingekriegt, einen abschließenden Bericht von der Insel zu schreiben. Das ist enttäuschend und ich entschuldige mich bei allen Lesern, die so oft die Website theozyy-weekly öffneten, refreshten und dann enttäuscht wieder schließen mussten. Aber, und ich hoffe, diese Entschuldigung zählt, mit Blog-Einträgen ist es ziemlich genau wie mit unbeantworteten WhatsApp Nachrichten. Je länger man nicht schreibt, desto unwahrscheinlicher wird es, es überhaupt noch zu tun. Auf ein "Hey, wie geht's dir?" vier Wochen nicht zu antworten, dann aber mit einer zaghaften Entschuldigung anzukommen und doch noch zu schreiben, dass es "okay" gehe, gerade aber einfach viel los sei, ist dann auch nicht mehr wirklich von Nöten. Mit diesem Blog ist es aber anders. Mir ist es doch irgendwi...

Sonntag, 8. Mai - Duschhähne Ausprobieren und Scheitern

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Den Spruch 'Betrunkene und Kinder erzählen immer die Wahrheit' konnte ich noch nie leiden. Ich weiß nicht, wer darauf kam oder wer ihn erfunden hat. Klar, häufig gibt es nicht den einen 'Erfinder' einer Redewendung, aber wer auch immer der erste war, der dieses Sprichwort gesagt hat, hat mit Sicherheit gelogen. Kinder lügen wie gedruckt. Das meine ich nicht wegen irgendwelcher Notlügen einiger Schüler, die einfach zu durchschauen sind, nein, ich habe als Kind auch gelogen wie gedruckt, und ich bin mir sicher, ich war damit nicht alleine. Kinder sind Lügner. Vielleicht keine besonders guten, aber sie sind es. Als ich Charlie und Lucy Samstagnacht betrunken erzähle, ich könne über die viel zu hohe Schranke vor Charlies Wohnung springen, anlaufe, mich vom Boden abdrücke, meine Flugphase nach etwa 30 Zentimeter beende, ich mit den Füßen an der Schranke hängenbleibe und hart auf den Asphalt aufpralle, ist das nicht nur ein Zeichen meiner häufigen und himmelhohen Selbstübersc...

Sonntag, 17. April - Onkel Raffa und die Zwitscherbuben

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Auch wenn das eine gewagte Aussage ist, wenn sie von einem 23-jährigen Hüpfer, wie ich es einer bin, kommt, aber: FlixBus fahre ich nicht mehr. Nach einer wunderbaren Woche in Wales müssen Elisa und ich nach Deutschland, oder wie ich seit der WM 2010 gerne sage, nach Schland, kommen. Nicht, weil mein Praktikum in London vorbei ist, sondern weil jedes Jahr in Wien (und das ist in der Nähe von Deutschland) ein Basketballturnier ist, zu dem ich mit ein paar Freunden fahre. Der Zug kostet bei spontaner Buchung ziemlich genau 450 Euro, der FlixBus dagegen nur 100. Klar, er fährt auch 23 Stunden bis nach München, aber wir sind guter Dinge, dass wir diesen Tag, in einem komfortablen und großzügigen Bus sitzend, gut rumkriegen können. „Im Rumkriegen bin ich ziemlich gut“, sage ich Elisa lausbübisch, aber sie reagiert nicht einmal. Wir warten noch ein bisschen im Busbahnhof. Das schreibe ich deshalb, weil wir eine kleine Diskussion über Busbahnhöfe führen, mich machen Busbahnhöfe nämlich irgend...

Sonntag, 10. April - O finiau sbwriel a bagiau gwddf

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Ach Mensch. So richtig zuverlässig bin ich einfach nicht. ‚Weekly‘ bedeutet auf Deutsch schließlich, und ich übersetze es nicht, weil ich euch Englischkenntnisse dieses Niveaus abspreche, ‚wöchentlich‘. Ihr seht: Ziel der Übersetzung ist keine subtile Kritik an euren Sprachfähigkeiten, sondern eine offene Kritik an mir und meiner Unzuverlässigkeit, zumindest einmal die Woche einen Blogeintrag zu schreiben. ‚Verfassen‘ benutze ich hier ganz bewusst nicht, denn ich finde das Wort klingt zu groß und wichtig für zwei Word-Seiten, die regelmäßig (oder eher unregelmäßig) verkatert an einem Sonntag in unbeheizten Nordlondoner WG-Zimmern beschrieben wurden. Der letzte Blogeintrag ist ein paar Wochen her – deswegen die anfängliche Kritik, aber: ich bin großzügig und verzeihe mir – und bin mittlerweile in Wales. Das ist ein ziemlich ulkiges Land. Alles hier ist zweisprachig. Natürlich ist alles auf Englisch, aber jedes Straßenschild, jede Werbung, jede Spesiekarte ist auch auf Walisisch. Wenn ...

Sonntag, 20. März - Schmecken tut's nicht, Schön ist es trotzdem

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Es ist mal wieder soweit. Ein neuer Blogeintrag. Ende Februar und Anfang März lag ich eigentlich nur – mal mit Fieber, mal einfach nur mit starken Erkältungen – in meinem Bett und habe aus meinem Fenster geguckt. So stellt man sich London vor. Zumindest weiß ich jetzt: Niemals werde ich mir ein Bett mit Stahlfedern kaufen. Mein Bett fühlt sich nach ein paar Tagen krank darin liegen wie die ‚eiserne Jungfrau‘, einem Folterinstrument aus dem Mittelalter, an. Ich bin ein bisschen aus der Übung und weiß nicht, wie ich hier eine gute Einleitung schreibe, deswegen mache ichs wie Lehrer am Anfang des Schuljahres: Ein Fach anfangen. Ich bin Freitag und Samstag wieder einigermaßen fit, zumindest so, dass ich mit Joe und ein paar Freunden durch ein paar Bars ziehen kann. Es ist ganz cool, aber ich bin leider immer noch ein bisschen angeschlagen. Mit dem Gedanken „ach komm, das geht schon“, zünde ich mir am Samstagabend vor einem Pub in Clapham eine Kippe an und huste für den Rest des Abends. D...