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Showing posts from November, 2021

Sonntag, 28. November - "No sun and downhill, lads!" oder: Kaltes, kaltes England

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Es ist Winter in England. Als ich am Montag aufs Fahrrad steige (und ich schreibe hier ganz bewusst, dass ich mich nicht aufs Fahrrad schwinge, denn das ist mit einer Anzughose schlicht nicht möglich) merke ich, wie eiskalt es geworden ist. Das nervt mich, denn eine richtige Winterjacke habe ich noch nicht. Ich hätte eigentlich nicht mal Handschuhe, aber als wir im Oktober mit der Schule Müll sammeln waren, habe ich, vorausschauend wie ich es nunmal bin, ein Paar der uns zuvor ausgeteilten Arbeitshandschuhe mitgenommen. Zumindest sind also meine Hände nicht kalt. Jedenfalls nicht so kalt wie ohne Handschuhe, ein bisschen kalt sind sie trotzdem, weil meine Hände aus irgendeinem Grund im Winter immer kalt sind, vielleicht wegen zu schlechter Durchblutung, weswegen ich mich seit zweieinhalb Wochen in jeder Mittagspause durch einen Teller Rote Bete quäle, vielleicht aber auch aus einem anderen, mir unbekannten Grund, vielleicht, merke ich gerade, ist es aber auch gänzlich uninteressant, wa...

Sonntag, 21. November - Ein rechter Fuß

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Die Woche geht ganz gut los. Ich sitze auf dem Fahrrad und vor mir hält ein Auto an der Ampel an, der Fahrer steigt aus, läuft zum Kofferraum und kramt ein bisschen rum. Es gefällt mir, wie ungestresst er das Ganze macht. Er wünscht mir einen guten Morgen und fragt mich, wie es mir gehe. "Gut", sage ich. "Ein bisschen müde." "Me too", sagt er und grinst. Die Ampel ist schon längst wieder grün. Er nickt mir zu und setzt sich wieder ins Auto, ich freue mich über diesen kleinen Moment.  In England laufen kleine Begegnungen, zum Beispiel im Flur in der Schule oder eben anscheinend auch auf der Straße ein bisschen anders ab. Man sagt nicht nur "Hallo", sondern fragt sich gleichzeitig auch im Vorbeigehen, wie es denn gehe, was gerade los und ob alles klar sei. Hier ein kleines Beispiel, wie so eine Konversation normalerweise abläuft: "Hey" - "Hey, how are you?" - Not too bad, how about yourself?" - "Oh, really good, thanks...

Sonntag, 14. November - Head of Flu & Kulturstunde

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Ich weiß auch nicht, was mit meinem Körper los ist. Ich bin schon wieder erkältet und habe Fieber. Seit drei Wochen ist es ein auf und ab und ich bin echt genervt davon. Tom und Nick sagen, dass es doch klar ist, bei der Londoner Luft könne sich das Immunsystem garnicht erholen. Nicht umsonst ist der Spitzname der Stadt "The Smoke", oder sogar "The Big Smoke", benannt nach der Luftverschmutzung in der Hauptstadt. Aufmunternderweise meint Tom, er wäre praktisch das gesamte erste Schuljahr als Lehrer krank gewesen, weil er es nicht gewohnt war, mit so vielen verschiedenen Schülern, die alle möglichen Keime und Viren mit sich rumschleppen, in einem Klassenzimmer zu sitzen. Und mein Klassenzimmer ist auch noch so klein, dass es den Namen "Klassenzimmer" eigentlich garnicht verdient. Ich nenne es aber trotzdem so, weil mir ein anständiges Synonym für "Klassenzimmer" noch nicht eingefallen ist. Egal, an was meine Erkältung nun liegt, für mich steht fes...

Sonntag, 7. November - Die Stadt der 60-jährigen Männer

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Zunächst einmal: Ich glaube, mein Mitbewohner ist genervt von mir. Je wohler ich mich irgendwo fühle, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich wahl- und sinnlos durch die Wohnung laufe und zusammenhangslose Wörter auf Spanisch rumbrülle und irgendwelche Fragen stelle, die überhaupt keinen Sinn ergeben. Problem Nummer eins: Ich spreche eigentlich garkein Spanisch. Problem zwei: Nick und Tom, also meine Mitbewohner, auch nicht. Problem nummero drei: Ich glaube, ich weiß nicht, wann Schluss ist. Tom macht es normalerweise richtig: er schmunzelt ein bisschen, ignoriert mich aber eigentlich. Nick ist da anders. Er schaut mich wahnsinnig wütend an. Als ich weitermache, stöhnt er auf, legt den Xbox-Controller zur Seite und geht aus dem Zimmer. Ich weiß nicht wirklich, wie ich drauf reagieren soll, und ob er wirklich so genervt von mir ist, wie er es mir zeigt, also denke ich mir einfach nur: "Hm". Ich lasse die Woche langsam angehen. Mittwoch treffe ich mich mit Charlie in S...